Im Rahmen der Stolpersteinverlegung für Alexander Grothendieck und seine Eltern hielt Professor Peter Scholze einen Vortrag vor Schülern, Lehrern und vielen Gästen in der Aula unserer Schule. Peter Scholze brachte seine tiefe Verehrung für die Leistung Alexanders Grothendiecks zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang folgende Anekdote:
Alexander Grothendieck war der Doktorvater von Pierre Deligne, dieser war der der Doktorvater von Michael Rappoport, welcher wiederum der Doktorvater von Peter Scholze ist. Somit ist Alexander Grothendieck der akademische Urgroßvater von Peter Scholze.
Inhalt des Vortrages war der Zusammenhang zwischen der RIEMANN-Hypothese als konkrete Aussage über Primzahlen bzw.die Nullstellen der Riemannschen Zeta-Funktion und der WEIL-Vermutung über komplexe Lösungen bestimmter Polynomfunktionen.
Das erstaunliche ist, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen rein algebraischen Gleichungen, den Zeta-Funktionen und den geometrischen Deutungen der komplexen Nullstellenbestimmung von Polynomen mit zwei Veränderlichen. Dieser Spagat zwischen verschiedenen Teildisziplinen der Mathematik und der „Adlerblick“ auf die gesamte Mathematik um gemeinsame Strukturen zu erkennen, war die Herangehensweise von Grothendieck und entscheidend für die Entwicklung der modernen Mathematik.
Ein sehr wichtiger Vertreter dieser modernen Mathematik ist Professor Peter Scholze. Wir sind sehr froh, das er sich als ehemaliger Schüler unserer Schule sich die Zeit nahm, dieses besondere Ereignis der Stolpersteinverlegung gemeinsam mit uns zu begehen.
Der Vortrag brachte uns zwar an die Grenzen unseres mathematischen Wissens und Verständnisses, doch gelang es Peter Scholze, die Bedeutung dieser Erkenntnisse und die Begeisterung an der Mathematik an sich uns nahe zu bringen.